Windkraft Demo Gottsbüren

Die „Freie Wahlgemeinschaft Trendelburg“ rief in den letzten Tagen dazu auf, sich an einem Protestmarsch gegen den Bau des Windparks im Reinhardswald zu beteiligen. Trotz Regen, Wind und Temperaturen, um die 5 Grad Celsius, kamen ca. 500 Personen in den Trendelburger Ortsteil Gottsbüren, um deutlich zu machen, dass sie nicht mit den Plänen einverstanden sind.
Nachdem die Teilnehmer durch den Ort liefen versammelten sie sich in der Ortsmitte, wo anschließend einige Redner zu Wort kamen und u. A. das Auswahlverfahren der Flächen, der Brandschutz und der damit bedrohte Trink- und Grundwasserschutz bemängelt wurde. Wichtig sei es jetzt nicht aufzugeben.

Nachdem das Regierungspräsidium in Kassel den Bau des Windparks genehmigt hatte, wurde umgehend mit den Fällarbeiten begonnen. Die Bürgerinitiativen, von denen einige bereits über zehn Jahre am Schutz des Reinhardwaldes arbeiten, stellen die Rechtmäßigkeit der Fällarbeiten und der Genehmigung in Frage und kündigten an, ein Eilverfahren zur richterlichen Prüfung auf den Weg zu bringen. Für die anstehenden Verfahren sammelt u. A. die BI-Oberweser-Bramwald e. V. Spenden.

Auch die Bürgermeister der angrenzenden Gemeinden Wesertal (Cornelius Turrey), Bad Karlshafen (Marcus Dittrich), Hofgeismar (Torben Busse) und Reinhardshagen (Fred Dettmar) zweifeln an der Rechtmäßigkeit der begonnen Arbeiten im Wald und forderten mit einem Brief an das Forstamt Reinhardshagen und an das Regierungspräsidium, umgehend den Stopp der Arbeiten im Wald. Sie begründen Ihren Brief damit, dass die Verfahrensbeteiligten nicht die Möglichkeit einer rechtlichen Prüfung bekommen hätten, da die Arbeiten im Wald vor der Veröffentlichung im Staatsanzeiger der Genehmigung begonnen hätten.

Das Forstamt Reinhardshagen sieht unterdessen keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit der begonnenen Arbeiten auf den 18 Flächen, die für den Windpark vorgesehen sind. Ausschlaggebend für das Forstamt sei hier die Bekanntgabe der unterschriebenen Genehmigung, nicht die Veröffentlichung im Staatsanzeiger. Ein Eingriff in die Arbeiten, ist trotz der schwierigen Situation, aus Sicht des Forstamtes daher nicht möglich.

Rechtlich abgesichert sieht die Windpark Reinhardswald GmbH, die begonnenen Fällarbeiten und stellt sich gegen die geäußerte Kritik. Im Vorfeld der Arbeiten haben ausschließlich vorbereitende Maßnahmen Stattgefunden. Den Vorwurf, man hätte bereits vor Eingang der Genehmigung Bäume gefällt, weist man zurück.