Teilsperrung auf der L561 zwischen Gieselwerder und Oedelsheim

L561 – Diskussion um Sachstandsmeldung

Die am 18.06.2021 über Messengerdienste und in sozialen Netzen verbreitete Sachstandsmeldung zur Vollsperrung der L561 zwischen Gieselwerder und Oedelsheim löste auf Facebook eine angeregte Diskussion aus. Leider ist nicht ersichtlich aus welcher Position heraus bzw. unter Wahrnehmung welcher Rolle, die Meldung veröffentlicht wurde. Weiterhin sagt die Meldung wenig über die Hintergründe aus, lässt viele Fragen unbeantwortet und gibt somit Spielraum für Mutmaßungen und Interpretation, was der Sachlage wenig zuträglich ist.

Wesertal.info hat bei beteiligten Behörden, um eine Stellungnahme gebeten. Folgend die Antworten von Hessen Mobil, als zuständigem Amt für Verkehrswesen und des Polizeipräsidiums Nordhessen. Weitere Antworten, wie z.B. der zuständen Verkehrsbehörde des Landkreises Kassel, dem NVV, dem Busunternehmer und Gemeindeverwaltung werden veröffentlicht sobald sie vorliegen.

Hessen Mobil – Sachgebietsleiter Marco Lingemann

Was ist der Grund für die ablehnende Haltung gegenüber des Vorschlages, den Radweg mit einem Bus testweise zu befahren (Haftung, Beschädigung, Tragfähigkeit)?

Die Gemeinde Wesertal hatte vorgeschlagen, für den Zeitraum der Bauarbeiten, den parallel zur Landesstraße verlaufenden Radweg für Linienbusse zu öffnen. Bei einem Vororttermin wurde diese Überlegung erörtert. Beteiligt waren die Gemeinde, der NVV, ein vom NVV beauftragter Busunternehmer, die Verkehrsbehörde des Landkreises, die Polizei und Hessen Mobil.
Die Erkenntnis aus der Beratung im Rahmen des Vororttermins ist, dass der Radweg in keinster Weise für die Nutzung durch Busse ausgelegt ist und der Vorschlag der Gemeinde nicht umgesetzt werden kann. Der Radweg ist größtenteils nur maximal 3,50 m breit. Es gibt mehrere enge und spitzwinklige Kurven. Größere Fahrzeuge können nicht aneinander vorbeifahren ohne die Fahrbahn zu verlassen. Zudem würde es durch die zusätzliche Nutzung des Radweges durch Busse und möglicher Weise weiteren Fahrzeugen immer wieder zu gefährlichen Situationen für Radfahrerinnen und Radfahrer kommen.
Gleichwohl wird der Radweg während der Baumaßnahme Einsatzfahrzeuge des primären Rettungsdienstes wie Notarzt, RTW und Feuerwehr zur Verfügung stehen. Auch das ist ein Grund dafür, dass die Durchfahrt für Busse nicht gestattet werden kann. Damit der schnelle Einsatz der Rettungsfahrzeuge über den schmalen Radweg gewährleistet bleibt, darf die enge Strecke nicht durch Busse oder andere Fahrzeugen blockiert werden.
Es wäre eine elegante Lösung gewesen, wenn Linienbusse den Radweg hätten nutzen können. Doch der Weg, so wie er ist, gibt das leider nicht her.

Für welchen Zeitraum ist die Baumaßnahme geplant?

Hessen Mobil erneuert die Fahrbahn der L 561 zwischen Gieselwerder und Oedelsheim auf einer Länge von rund 1,7 km. Nach derzeitigen Stand kann in der zweiten Julihälfte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Voraussichtlich bis Ende des Jahres sind die Bauarbeiten abgeschlossen. Die derzeitigen Schäden in der Fahrbahn resultieren aus den schwierigen Bodenverhältnissen im Bereich der Strecke. Zur Stabilisierung des Untergrunds sind umfangreiche Erd- und Betonarbeiten geplant.

Wie wird der Verkehr umgeleitet?

Der Verkehr wird über Lippoldsberg, Vernawahlhausen, Verliehhausen, Offensen und Heisebeck umgeleitet. Für den LKW-Verkehr gilt eine weiträumige Umfahrung über Uslar, Beverungen und Bad Karlshafen.

Gibt es einen Ansatz, wie SchülerInnen aus Oedelsheim nach Bad Karlshafen zur Schule kommen?

Hessen Mobil bietet dem NVV weiterhin seine Unterstützung bei der Suche nach Alternativrouten an.

Polizeipräsidium Nordhessen – PHK Matthias Mänz

Was ist der Grund für die ablehnende Haltung gegenüber des Vorschlages, den Radweg mit einem Bus testweise zu befahren (Haftung, Beschädigung, Tragfähigkeit)?

Aus Sicht der Beamten der Direktion Verkehrssicherheit des Polizeipräsidiums Nordhessen, die als fachlich zuständige Stelle an dem Ortstermin teilgenommen haben, lässt der Sonderweg für Radfahrer sowohl von den Fahrbahnbreiten als auch vom Fahrbahnaufbau her die regelmäßige Benutzung durch „schwere“ Fahrzeuge nicht zu. Mit Blick auf die Verkehrssicherheit würde die regelmäßige Nutzung des stark frequentierten Radweges durch große Fahrzeuge ein großes Konflikt- und erhebliches Gefahrenpotential mit sich bringen. Aus Gründen der Gefahrenabwehr und der Unfallverhütung kann einer Nutzung des Radweges durch den ÖPNV seitens der Polizei daher nicht zugestimmt werden.

Wie wird der Verkehr umgeleitet?

Die Entscheidung über die Einrichtung der Umleitungsstrecken liegt bei der Straßenverkehrsbehörde, die Polizei ist dazu wie üblich angehört worden. Es ist geplant, dass der Verkehr auf unterschiedlichen Strecken umgeleitet wird. Der Individualverkehr wird über Lippoldsberg, Vernawahlshausen und Offensen geführt.

Wie wird sichergestellt, dass Einsatzkräfte weiterhin schnell vor Ort sind?

Die Einsatzkräfte können im Einsatzfall, soweit dies zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend geboten ist, unter Wahrnehmung der Sonderechte den Radweg nutzen, was natürlich unter gebührender Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erfolgt.

Regiobus Uhlendorff

Durch die gute Zusammenarbeit mit dem NVV, konnte schnell ein Ersatzfahrplan entworfen werden. Somit ist die Schülerbeförderung sichergestellt, auch wenn mit der Umleitung längere Fahrzeiten (ca. 20 Minuten) verbunden sind.
Für die Linien 194 / 195 ist das Angebot reduziert. So ist z.B. an den Wochenenden keine Beförderung möglich. Ein Ersatzfahrplan, für die genannten Linien wird frühzeitig bekanntgegeben.

NVV

Bei der Baustelle sind die NVV-Buslinien 194 (Gieselwerder > Oedelsheim > Heisebeck > Arenborn > Vernawahlshausen > Lippoldsberg > Gieselwerder) und 195 (Wesertal <> Bursfelde <> Glashütte <> Hemeln <> Gimte <> Hann. Münden) betroffen.

Durch die dem NVV von Hessen Mobil vorgegebene Umleitungsstrecke und den daraus entstehenden Fahrtzeitbedarf starten die morgendlichen Anfahrten zum Schulbeginn teilweise um bis zu 25 Minuten früher. Dies gilt auch für die Heimfahrten nach Schulende, die sich in diesem Zeitrahmen verlängern. Davon sind dann auch Fahrgäste betroffen, die von Oedelsheim nach Bad Karlshafen unterwegs sind, da der Bus dort ca. 25 Minuten früher losfahren muss, um den entsprechenden Anschluss Richtung Karlshafen zu erreichen. Abweichend von normalen Fahrplan auf der Linie 194 wird es darüber hinaus während der Baumaßnahme kein Angebot samstags  und nicht an Sonn- und Feiertagen geben können. Der NVV empfiehlt daher allen Fahrgästen, den Fahrtwunsch vorher in der Fahrplanauskunft oder NVV-App zu überprüfen! Aushänge an den Haltestellen stehen dafür ebenfalls zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es auch beim gebührenfreien NVV-Service Telefon unter 0800-939-0800

Aktualisiert am 28.06.2021 – 14:30