Uslarer Bereitschaftsdienst fällt zum 01.02.21 weg – Kommentar

Die HNA schreibt am 14.07.2020 „Hausärztlicher Notdienst: Bereitschaftsbereich Uslar wird zum 1. Februar aufgelöst“. Eine Überschrift, die in der Region zum Nachdenken anregen sollte. Worum geht es? Die Kurfassung: Der ärztliche Bereitschaftsdienst in Uslar der auch Anlaufstelle für Bodenfelde und auch Wesertal ist, fällt in seiner derzeitigen Form zum 01.02.2021 weg und wird neu aufgeteilt. Uslar und Bodenfelde werden durch Northeim versorgt Wesertal, durch eine Einrichtung in Hessen.

Nicht nur der Unmut in der Ärzteschaft ist zu spüren. Gerade für BürgerInnen, die außerhalb der regulären Sprechzeiten erkranken und Hilfe benötigen, ist die Änderung mit deutlich weiteren Anfahrten verbunden. Vielleicht ist man sich nicht ganz darüber im Klaren, was die Neuaufteilung für alleinstehende, ältere oder nicht mobile Personen bedeutet. Die Vermutung, dass hier die Rettungsdienste mit einer weiteren Belastung zu kämpfen haben werden liegt nahe.

Ob es sinnvoll ist, die Kapazitäten der Rettungsdienste damit zu binden, BürgerInnen 30 oder 40 Kilometer zum nächstgelegenen Bereitschaftsdienst zu fahren, bezweifele ich sehr.

Unklar ist bisher auch, wie es mit der Versorgung für Wesertal weitergeht. Plant man hier eine Versorgung durch die Klinik in Lippoldsberg? Oder sollen die WesertalerInnen auch etliche Kilometer fahren, bis sie beim Bereitschaftsdienst Hilfe finden? Wäre es nicht für die gesamte Region von Vorteil, die Bereitschaftsversorgung über die Klinik in Lippoldsberg zu lösen? Warum nach Kassel, Göttingen oder Northeim fahren, wenn es in Lippoldsberg eine Einrichtung gibt, die den Bereitschaftsdienst übernehmen könnte (auch wenn hier evtl. Kapazitäten und Räumlichkeiten ausgebaut werden müssten)?

Mit der Klinik hätte nicht nur Wesertal eine entsprechende Anlaufstelle. Auch Uslar und Bodenfelde mit eingemeindeten Ortschaften hätten hier eine ortsnahe Versorgung, ohne lange Anfahrt. Eine Lösung, von der letztlich die gesamte Region Wesertal/Solling profitieren würde.

Spannend dürfte auch sein, wie die Gemeindevertretungen von Uslar, Bodenfelde und Wesertal die Änderung sehen und ob sie darauf Einfluß nehmen können. Geht es doch um die Attraktivität und Lebensqualität der Region.